0 0
stellen
auto
immobilien
marktplatz
tiere
reisen
inserieren
LokalesWuppertalKultur
2. Januar 2009 - 14:28 Uhr
Höllengewitter, Peitschenknall und Walzerfieber
Das Wuppertaler Sinfonieorchester startete in der Stadthalle spritzig ins neue Jahr.
 
 

Wuppertal. Wo Neujahrskonzert drauf steht, ist Strauß drin. Auf diese bewährte Etikettierung setzt auch das Wuppertaler Sinfonieorchester unter Toshiyuki Kamiokas Leitung im ausverkauften großen Stadthallen-Saal – mit kleinen Unterschieden allerdings: Nicht nur der Walzerseligkeit der österreichischen Strauß-Dynastie zollt man Tribut.

Von Franz von Suppé steht auch die wie von feurigen Rossen durchgaloppierte Ouvertüre zu „Die leichte Kavallerie“ und von Namensvetter Richard Strauss die „Rosenkavalier-Suite“ von 1945 auf dem Programm. Der war von der Leichtigkeit der Musik des Walzerkönigs entzückt, führte sie mit als erster auf, machte sie konzertfähig.

Am 25. Januar geht es in der Stadthalle um „Zeitzeichen“. Das Sinfonieorchester spielt um 11 Uhr im Großen Saal. Die Leitung übernimmt Leopold Hager. Mit dabei ist Christian Poltéra (Violoncello).
Auf dem Programm stehen Werke von Joseph Haydn (Sinfonie Nr. 101 D-Dur Hob I:101 – Die Uhr), Robert Schumann (Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129) und Ludwig van Beethoven (Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93). Karten gibt es unter Telefon 569 4444.

Zwischen Poesie und Parodie:
Kamioka animiert zur Höchstleistung

Und so birgt seine Suite neben den gebündelt vorgestellten Hauptfiguren und Höhepunkten aus seiner gleichnamigen Oper auch Zitate von Walzern. Die aber haben es schwer bis zu ihrer seligen Geburt. Immer wieder flüchtet der Dreivierteltakt, quält und verunklärt sich, um unendlich schwellender Musik Raum zugeben.

Ruhige Mittelsätze sind voller Lyrik und Poesie. Das Sinfonieorchester, mit vielen solistischen Rollen von Celesta, Trompete, Posaune, Violine, Horn und Flöte, verfolgt die melodisch feinen Gedanken mit romantischem Gestus und durchsichtigem Spiel.

Kamioka animiert zu Höchstleitungen, zeichnet dramatische Parts im bombastischen Wagner-Stil und verpasst den „verunglückten“ Walzern das Maß an Parodie und Anachronismus, das ihnen innewohnt, ehe im Resümee „Alles Walzer!“ sich endlich vollmundiger Walzer durchsetzt.

Vom Strauß-Sohn Josef erklingen Walzer mit ungewöhnlichen Klangerzeugern: Die Glöckchen imitieren die rasante Schlittenfahrt, die Holzklatsche den Peitschenknall. Das hölzerne Klappern der Mühle ist auszumachen – genauso wie es die Schläge auf den Amboss im Walzer „Feuerfest“.

Zarte Stimmungsbilder gibt es in „Nordseebilder“ von Johann Strauß (Sohn), wo sich nach langem und intensivem Angang der unvermeidliche Walzer herausschält. Höllengewitter mit Blitz und Donner krachen in der „Lucifer-Polka“ und der „Dynamiden-Walzer“ schwingt ebenso versonnen und endlos wie spritzig und markant.

Oberbürgermeister Peter Jung, der in kurzer Ansprache mit „Alles wird gut“-Parolen über düstere Prognosen und Wirtschaftskrise hinwegtrösten will, scheint die Musik dank ihrer Kraft und Versöhnlichkeit Recht zu geben: So schlimm kann das neue Jahr gar nicht werden.

Social-Bookmark setzen
del.icio.us Mister Wong YiGG Webnews Linkarena
 
 
Umfrage
Fürchten Sie sich vor dem Klimawandel?
Ja, die Folgen sind überall zu spüren.
Nein, extremes Wetter gab es schon immer.

 Kommentare lesen
Umfrage
Braucht Wuppertal mehr Reitwege?
Ja, das entschärft Konflikte.
Nein, es gibt schon genug Reitwege.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Ab 24. August zeigt das Von der Heydt-Museum Fotographien und Aquarelle aus dem Fundus des Wuppertaler Pflanzenzüchters Georg Arends.  mehr...
Umfrage
Ist Werbung am Gerüst der Schwebebahn eine gute Idee?
Ja, Wuppertal kann die Werbeeinnahmen gut gebrauchen.
Nein, Werbung in dieser Form verunstaltet die Schwebebahn.

 Kommentare lesen
Elberfeld. 400-jähriges Bestehen feiert Elberfeld in diesem Jahr. Der Anlass wird Anfang September natürlich kräftig gefeiert und von der WZ entsprechend gewürdigt. Am besten geht das mit Hilfe der WZ-Leser. Die Redaktion sucht Elberfelder Geschichten. Heiteres oder Ernstes, Kurioses oder Geschichtliches, Anekdoten und Erinnerungen. Also mitgemacht, liebe Elberfelder: Was haben...  mehr...
Wuppertal. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien erwartet die Leser von wz-newsline ein neues Quiz über Wuppertal. Diesmal gilt es nicht, Fragen zu bestimmten Themen beantworten, sondern markante Wuppertaler Gebäude zu erkennen. Das ist doch einfach? Nicht ganz. Denn natürlich zeigen wir Ihnen nicht die komplette Gebäudeansicht, sondern nur einen kleinen Ausschnitt. Jetzt gilt's: Wie...  mehr...
Umfrage
Sollte es für die vorbeugende Jugendarbeit mehr Geld geben?
Ja.
Nein.

 Kommentare lesen
Geht es Ihnen auch so? Können Sie sich – genau wie ich – schlecht Witze merken? Dann, werte Damen und Herren, kann ich Ihnen leider auch nicht helfen: Den, den ich Ihnen erzählen wollte, habe ich nämlich, Sie ahnen es schon, soeben vergessen.
 mehr...
1. Auf der anderen Seite sitzt immer ein Mensch. Beleidigende, rufschädigende und bloßstellende Beiträge werden entfernt. Das heißt: Kommentare werden gelöscht, wenn sie andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren oder ihnen beruflich schaden können.  2. Die allgemeinen Gesetze und...  mehr...
Fotogalerie
Mit der am Sonntag erfolgten Nachwahl in Elberfeld-Mitte steht das Ergebnis der Ratswahl fest. Zwei Nachrücker sind berücksichtigt:  mehr...
Mit den Wuppertaler Online-Seiten möchten wir Sie stets darüber auf dem Laufenden halten, was gerade in der Stadt passiert. Ob Baustelle, Unfall oder Blitz-Entscheidungen aus dem Rathaus - auf www.wz-wuppertal.de erfahren Sie es sofort. Ihre Anregungen sind uns wichtig. Wenn Sie Tipps, Themenwünsche oder Kritik  bezüglich...  mehr...